Chronik



 Abteilungsleiter  Zeitraum
 August Wittler  01.10.1956 - 06.01.1969
 Helmut Mißling  06.01.1969 - 14.12.1972
 Heinz Schröder  14.12.1972 - 28.11.1975
 Gerhard Schröder  28.11.1975 - 28.01.1991
 Udo Golabeck  28.01.1991 - 30.11.1992
 Heinrich Altenbernd  30.11.1992 - 01.12.1997
 Gerhard Schröder  01.12.1997 - 08.03.2013
 Gerhard Kemmler  seit 08.03.2013


Auszüge aus der Abteilungschronik


Ereignisse nach Jahreszahlen:
1947 1956 1957 1959 1960 1965 1970 1972 1973 1976 1977 1978 Chronist


Sind 50 Jahre eine lange Zeit?

Vor 59 Jahren - Anno 1947 - wurde der 
Polizei-Sportverein Lippe-Detmold e. V. gegründet.
Am 1. Oktober 1956 - nur 9 Jahre später - erfolgte die Gründung 
der Schießsportabteilung. Der Beschluß hierzu war am 18. September 
1956 im damaligen Vereinslokal "Zum Falken" in Detmold, von 12 
Männern - von denen leider keiner mehr unter den Lebenden weilt
- getroffen worden. Zunächst wurden die "Ziele" der neuen Abteilung
herausgestellt:
Die Pflege der Kameradschaft und die Breitenarbeit in der Abteilung
hat an erster Stelle zu stehen. Es sollen sich auch die Sportfreunde
in der Abteilung wohlfühlen, die nicht zu den guten Schützen zählen.
Auch die "zivilen" Mitglieder des Vereins können in der Abteilung 
mitschießen. Der monatliche Beitrag wurde mit 1,00 DM festgelegt. 
Der Schuß Munition sollte bei 0,05 DM liegen. 
50 Jahre sind eine lange Zeit!

Wie war es einst?
Unter dem ersten Abteilungsleiter August Wittler und dem ersten 
Schießwart Erich Koppe, entwickelte sich die Abteilung rasch und 
hatte bereits nach 5 Jahren 31 Mitglieder. Ein guter Beginn. Doch 
zurück zur Anfangsphase. Am 9. April 1957 wurde der Antrag gestellt, 
in den "Westfälischen Schützenbund e.v." aufgenommen zu werden, da 
von den 17 Mitgliedern der Schießsportabteilung, nach den bisher 
erzielten Leistungen, 12 Schützen mit Erfolg an den Wettkämpfen 
teilnehmen können. So "einfach" war das damals. Die Aufnahme in 
den Schützenbund erfolgte am 30. April 1957.
Im April 1958 nahm zum ersten Mal eine Mannschaft (4 Teilnehmer) 
an den Kreismeisterschaften im Kleinkaliberschießen teil. Die 
Ergebnisse sind leider nicht bekannt. Erfolge wurden aber bereits 
1958/59 mit dem Erwerb der ersten Leistungsabzeichen für unsere 
Abteilungsmitglieder U. Freese, E. Koppe und H. Schröder errungen. 
Der große Durchbruch gelang im Jahr 1960 unserem langjährigen und 
ältesten Abteilungsmitglied Heinrich Jost. Er wurde unser erster 
Kreismeister. Mit dem KK-Gewehr schoß er 133 Ringe.
Erster Bezirksmeister der Abteilung wurde mit dem KK-Gewehr Karl 
König in der Altersklasse, 124 Rg. Auch die Pistolenschützen 
mauserten sich. In den Disziplinen Gebrauchspistole und 
Schnellfeuerpistole wurden die 1. Mannschaften jeweils Dritter 
hinter GuP Detmold, einem Verein, der unseren Teams in den 
Folgejahren fast zum "Alptraum" werden sollte; jedoch nur aus 
sportlicher Sicht. Einem Verein, der zur damaligen Zeit bereits 
bei Deutschen Meisterschaften siegreich war, uns also von Kreis- 
bis Landesebene kaum zu Erfolgen kommen ließ. Einem Verein aber 
auch, zu dem beste freundschaftliche Beziehungen entstanden; so 
daß es auf sportlicher Ebene zu guter Harmonie kam.
Was uns im Bereich des Deutschen Schützenbundes nur sehr selten 
gelang, glückte in dieser Zeit um so besser bei den 
Polizei-Landesmeisterschaften. Unsere Abteilungsmitglieder
Kurt Kleinke, Heinz Schröder, Erich Koppe und Klaus Kollmann wurden 
bereits 1959 bei den Polizei-Landesmeisterschaften zum 3. Male 
Landesmeister mit der Gebrauchspistole. Auch der Titel im 
Schnellfeuerschießen ging in dem Jahr nach Detmold.
Gleiche Erfolge wiederholte die genannte Mannschaft 1961. Mit 
den Sportfreunden K. Kollmann, H. Schröder und G. Schröder wurde 
das neuformierte Team Landesmeister im Gebrauchspistolenschießen. 
Neben diesen Wettkämpfen kam es aber auch zu vielen 
Freundschaftstreffen. Mehrmals wurden wir von den 
Polizeisportvereinen Bochum und Gelsenkirchen eingeladen. Wir 
weilten bei befreundeten Vereinen in St Omer, Warburg, Paderborn, 
Northeim und Alfen. Bei der Schießstandeinweihung 1969 in Warburg 
gewann unsere Mannschaft mit D. Feist, D. Jäger, H. Schröder und 
G. Schröder vor weiteren 6 auswärtigen Teams aus Paderborn, Kassel, 
Bad Lippspringe und anderen Orten.
Das sogenannte 5-Städte-Turnier zwischen Paderborn, Warburg, 
Gelsenkirchen, Northeim und Detmold sah uns des öfteren als 
Pokalgewinner. Eifrigste Schützen waren hier: Dieter Feist, 
Istvan v. Földvary, Dieter Jäger, Kurt Haas, Paul Glaeser und 
Gerhard Schröder. Beste Ergebnisse erzielten 1971 Dieter Jäger 
mit 283 Ringen, sowie 1972 Istvan von Földvary und Gerhard 
Schröder mit jeweils 285 Ringen. Aus diesen Mammutturnieren 
wurden zu unserem Bedauern immer kleinere Wettkämpfe. Mit dem 
SSV Paderborn werden diese aber nach wie vor freundschaftlich gepflegt.
Neue Sportfreunde, wie Gerd Smolich, Ulrich Ferlemann, Werner 
Felgenträger, Achim Meyer, Bodo Bäcker, die leider verstorbenen 
Imants Bernsteins und Heinrich Günther, aber auch unsere 
englischen Freunde Edwin Rix und Jason Duncan, kamen zu uns. 
Bester Schütze 1973 mit 283 Ringen und 1974 mit 282 Ringen war 
Dieter Feist. Aber nicht nur die sportlichen Erfolge in dieser 
Zeit, sondern auch der freundschaftliche Zusammenhalt untereinander, 
sowie die immer wiederkehrenden "besonderen Ereignisse" prägten 
unsere Verbundenheit

Am 18. September 1965, Schießstand des Polizeisportvereins Gelsenkirchen. 
Bei einem Gebrauchspistolenwettkampf gegen 10 Polizeisportvereine 
aus dem Land Nordrhein Westfalen starten für den PSV Detmold: 
Heinz Borck, Heinz Schröder, K-H. Schmidt, Heinrich Jost, Gerhard 
Schröder und Günter Sölter. Nach dem Präzisionsdurchgang werden 
die Ergebnisse sofort angesagt, während die Teilnehmer auf ihren 
Plätzen verbleiben. Bei einem unserer Schützen können nur 14 von 
den 15 abgegebenen Schüssen festgestellt werden. Es wird gesucht, 
reklamiert, protestiert und schließlich ein Doppelschuß angezeigt. 
Grinsend hebt der "Sünder" (muß ich jetzt wohl sagen) vorsichtig 
seinen Fuß und zeigt einem Mannschaftskameraden eine dort liegende 
Patrone. Auf dessen erstaunt fragenden Blick gibt unser Sünder zur 
Antwort, daß man notfalls ja auch seine Schüsse hätte nachzählen können. 
Zur Ehrenrettung sei gesagt, unser Sportfreund hatte seine Pistole 
in dem Glauben entladen, alle 15 Schuß abgegeben zu haben. Es war 
ihm aber eine Patrone zu Boden gefallen.

1972 Gaststätte "Tanneneck".
Wie immer nach dem Training leichter Bierabend. An dem Tag hatte die 
Wirtin ihre Haare besonders schön. Nachdem das gebührend bewundert 
worden war, teilte sie uns vertraulich mit, daß sie kein Haarspray 
benutze, sondern ihre Haare in Bier spüle, damit diese besser aufrecht 
stehen.
Reaktion von P. an H.:
"Dann bade Du heute abend am besten auch im Bier."
Sicherlich gibt es noch viele amüsante, pikante und nette Geschichten
- der Sport soll jedoch wieder zu Wort kommen. Aus dieser Zeit gilt 
es über einen von uns zu berichten, der insbesondere durch seine 
sportlichen Leistungen den Verein entscheidend mitgeprägt hat: Heinz 
Schröder, der einmal sagte: 
"Schießen geht vor Sterben"
- ein Ausspruch, der uns jahrelang beflügelte -.
Nachfolgender Zeitungsartikel spricht für sich: 
Heidenoldendorf. Polizeiobermeister Heinz Schröder, 42, erzielte 
beim Internationalen Pistolenvergleichsschießen der Polizei in 
Warendorf, an dem 100 britische, kanadische, belgische, 
niederländische Militärpolizisten, Bundeswehrfeldjäger und Beamte 
der Schutz- und Kriminalpolizei teilnahmen, das beste Einzelergebnis 
mit 168 von 200 möglichen Ringen im Präzisions- und Duellschießen. 
Geschossen wurde mit der Dienstpistole, einer Waffe, die schwieriger 
zu handhaben ist, als eine Sportwaffe. Hinter dem Mannschaftssieger, 
der PD Bielefeld, belegte die KPB Detmold mit 714 Ringen den zweiten 
Platz. Das fünfköpfige Team bildeten neben POM Heinz Schröder die 
bewährten Sportschützen KOM Gerhard Schröder, POM Karl-Heinz Schmidt, 
KHM Klaus Kollmann und POM Heinrich Jost. Heinz Schröder ist kein 
Unbekannter auf der Schießbühne. 1963 stand er in der NRW-Mannschaft, 
die in München Deutscher Polizeimeister wurde. Zeugnis von seinen 
bisherigen Erfolgen legen zahlreiche Preise und Auszeichnungen ab.
Ergänzend sei gesagt, daß Heinz bei dem am 9.9.1971 in Warendorf 
durchgeführten Internationalen Preisschießen zum dritten Male in 
Reihenfolge bester Einzelschütze geworden war.

18. Mai 1973 Brauereigaststätte Falkenkrug.
Nach einem für den PSV erfolgreichen Wettkampftag gegen unsere 
Sportfreunde aus St Omer, fand abends eine Feier in besagter 
Gaststätte statt. Zu vorgerückter Stunde kam es zu ersten Mutproben. 
Präsident R. Heemeryck - alter Fremdenleginonär - entblößte seinen 
Oberkörper, nahm Streichhölzer zur Hand und brachte seine Brusthaare 
zum Entflammen. Toll, einfach Klasse - besonders der Geruch! Aber 
Nachahmer fand er trotzdem nicht. Die Stimmung geriet auf den Höhepunkt. 
Das steigerte natürlich den Bierkonsum auch bei den Leuten, die sonst 
sehr zurückhaltend waren, bzw. bei ihren Angetrauten unter dem 
Pantoffel standen. In der Situation zeigte es sich aber, wie ein 
gut hörbares Gespräch beweist - wann Männer noch Männer sind. 
"Eddie!! Now we go home!" 
"No!! I stay here!" 
sprachs, drehte sich zur Theke und trank genüßlich sein Bier.

Und wo erlernten wir unser "Handwerk"?
Leider hatten wir damals noch keinen eigenen Stand. Das brachte 
für uns oft Probleme mit sich, was heute Außenstehende kaum 
ermessen können. Wir - die betroffenen Schützen - mußten 
Schwierigkeiten überwinden, wo Schützen anderer Vereine "nur" 
ihren Sport ausüben brauchten. Alles begann im "Tiergarten", dem 
ehemaligen Wohnbereich der Verkehrsüberwachungsbereitschaft 
- unter dem Begriff "Weiße Mäuse" bekannt. Das Gelände also, 
wo sich heute das Freilichtmuseum befindet. Ein Holzpavillon, 
in welchem auch die Judokas trainierten, ermöglichte uns im Winter 
das Luftpistolen- und Luftgewehrtraining. Wie berichtet, soll es 
wohl nur mit dem Beheizen des Raumes Schwierigkeiten gegeben 
haben. Wurde zu wenig geheizt, wurde gefroren - wurde zuviel 
geheizt, vernebelte manch' guter Schuß im Qualm des Ofens. Dafür 
hatte der offene Polizeischießstand genügend frische Luft: Zugluft!! 
Reichlich kalt im Winter. Auf dem 50-m-Stand, den wir nur damals 
hatten, konnte aber immer nur ein Schütze schießen. Er schoß durch 
einen Holzverschlag, über einen Feuerlöschteich und danach über 
eine noch vorher zu öffnende Klappe durch den 25-m-Stand. Man 
fühlte sich wie ein Wilddieb. Die 25-m-Bahn hatte nur 3 Stände, 
dafür aber mit Zuganlage. Natürlich damals schon in dem heute 
so bequemen "Dreierpack", d. h. die 3 Scheiben konnten nur auf 
einmal hin- und herbewegt werden. Der Vorteil der Zuganlage 
verlangte aber turnerische Fähigkeiten von uns. Um an die äußere 
Scheibe zu gelangen, durfte man keinen dicken Bauch haben. 
Hinzu kamen die häufigen Stromausfälle, so daß der 
Scheibentransportwagen von Hand gezogen werden mußte. Mann, 
oh Mann! Dies war aber an körperlicher Betätigung nicht genug. 
Da uns eine Duellanlage heutiger Prägung nicht vergönnt war, 
schossen wir auf Kommando. Mit der Zeit war uns das zu ungenau. 
Außerdem versuchten immer einige, ein bißchen zu mogeln. Wir 
bauten also eine Drehanlage. Der Zughebel war auf dem 25-m-Stand 
angebracht. Einer stand am Hebel, ein anderer bekam eine Uhr in 
die Hand. Im genauen Zeitrhythmus versetzte der U(h)rmensch dem 
Mann am Hebel einen Schlag auf den Rücken, den dieser sofort in 
eine Drehbewegung der Anlage umsetzte. Es war schon toll. 1968/69 
begann auf unserem Schießstand das Zeitalter der Mechanisierung. 
Dieter Jäger als Techniker, Günter Sölter als Materialbeschaffer 
und unser aller großartiges handwerkliches Können - dumm und stark 
- brachte uns eine automatische, mittels Preßluft betriebene Anlage, 
die ein Jahr später mit Relaisschaltern vervollständigt wurde. Sie 
war unser ganzer, aber auch berechtigter Stolz. Sie bewirkte mit 
Sicherheit die Zunahme unserer schießtechnischen Fähigkeiten. 
Alles in allem aber wird der Tiergarten ein unvergessener Bereich 
bleiben, sowohl was die sportliche Seite, wie aber auch die der 
Gemütlichkeit und die des Feierns anbelangt. Ob wir im Freien 
gegrillt haben oder im alten Polizeispeisesaal unsere Jahresfeste 
feierten. Gemütlich war es und Spaß hatten wir immer. Für 
Eingeweihte sei nur an die Kuh und für ganz gut Eingeweihte an 
das schöne "schwarze" Kleid erinnert. Mit dem Abriß des Holzpavillons 
mußten wir uns eine neue Bleibe suchen. Es wurde die Gaststätte 
"Schöne Aussicht", Blomberger Straße. Das Luftgewehr- und 
Luftpistolentraining fand im dortigen kleinen Saal statt. Mancher 
gute Schuß wurde nachher an der Theke begossen. Das 
Gastwirtsehepaar Hartmann hat immer zu unserer vollsten 
Zufriedenheit gesorgt. Aber auch dort kamen wir nicht zur Ruhe. 
Wir mußten weiterwandern. Bedingt durch den Zuwachs in der Abteilung, 
insbesondere aber weil wir Möglichkeiten für das KK-Gewehr und das 
Freie Pistole-Schießen schaffen mußten, klopften wir bei der 
Detmolder Schützengesellschaft an. Wir fanden offene Ohren und 
durften jahrelang den dortigen Stand nutzen. Insbesondere für 
unsere Gewehrschützen wurde der Schießstand der Detmolder 
Schützengesellschaft zur zweiten Heimat. Wie wohl sie sich dort 
fühlten und wie gut ihr Verhältnis zum dortigen Sportleiter Alfred 
Otte war, bezeugt der Zimmerstutzenstand. Er wurde von unseren 
Gewehrschützen - Wilfried Radau, Horst und Gerd Wehrhan, Karl 
Strathmann, Günter Krehl, Werner Wiesekopsieker, um nur einige 
stellvertretend zu nennen - in Eigenleistung gebaut. Unser kleiner 
Dank an die Schützengesellschaft. Bevor ich mit dem "Altertum" 
schließe und mit der "Neuzeit" beginne, möchte ich auf die Damen 
in unserer Abteilung zu sprechen kommen. Für viele wahrscheinlich 
kaum glaubhaft, aber bereits am 1.8.1958 wurde Berta Hörster erstes 
weibliches Mitglied. Irmgard Sieker, Marita Wehrhan, Ursula Gerke, 
Liesel Feist, Karin Sölter u. a. folgten. Überwiegend schossen 
unsere Damen mit dem Gewehr und zum Teil mit sehr guten Erfolgen, 
z. B. 1968 mit dem 2. Platz bei den Kreismeisterschaften Luftgewehr. 

Das wurde aber besser!
Wenn ich die Damen in meinem ersten Teil als letzte nannte, so nur 
deshalb, weil sie mir den besseren Übergang zu meinem zweiten Teil 
ermöglichen. Was nämlich den Damen am Anfang unserer Vereinsgeschichte 
nicht beschieden war - hiermit meine ich die großen sportlichen 
Erfolge - ist unseren Damen der "Neuzeit" dann überreichlich gelungen. 
Seit März 1978 haben wir wieder eine Damenabteilung. Kreis- und 
Bezirksmeister sowohl in den Einzel- wie in den 
Mannschaftswertungen aber auch Platzierungen bei den 
Landesmeisterschaften waren bald an der Tagesordnung. "Paradepferd" 
war hier die 1. Damenmannschaft mit Karin Bruns, Angelika Krahmüller 
und Erika Smolich. Auf ihr Konto gingen die meisten Erfolge. Aber 
was wäre eine gute erste Mannschaft, wenn nicht ein guter Stamm 
dahinter steht. Unsere 2. und 3. Damenmannschaft mit Sabine Paus, 
Petra Frebel, Elisabeth Zellmer, Ursula Lucke, Kerstin Schröder, 
Helga Ehlers, Marlies Ladleif, Christa Bartella und "last but not 
least" unsere Gewehrschützin Gerda Lindlein. Sie alle sind mehr 
oder weniger an diesen Erfolgen beteiligt bzw. waren als 
Einzelschützinnen erfolgreich.

Was war mit den Männern ?
Für uns Männer wurde die "Neuzeit" fast zum Verhängnis. Am 16.7.1976 
erlitten wir einen großen Einbruch. Der Schießstand Tiergarten wurde 
geschlossen. Der neue Polizeischießstand war noch nicht fertig. 
Hätten wir in dieser Zeit nicht einen so guten Gastgeber gehabt, 
wie ich wohl uneingeschränkt über "Gewehr- und Pistolenschützen 
Detmold" sagen kann, hätte unsere Abteilung vermutlich einen ganz 
empfindlichen Rückschlag erlitten. So aber hatten wir weiterhin gute 
Trainingsmöglichkeiten - und das immerhin bei unserem stärksten 
Rivalen. Unser ganz besonderer Dank gilt deshalb Georges Mayer, 
Manfred Möller und Wilhelm Lüttmann. Über ein Jahr sollte es dann 
noch dauern, bis unsere Schwierigkeiten überwunden waren. Am 
14.10.1977 erhielten wir vom Regierungspräsidenten Detmold den 
Nutzungsvertrag für die neue Raumschießanlage im Polizeigebäude 
Johannettental. Die Freude war riesengroß.

Wie sagte Dieter Jäger in seinem Jahresbericht 1977: 
" Von den Sorgen um den eigenen Stand. 
Davon, daß wir nur überall Gast sind. 
Uns im Training einschränken müssen. 
Keine 38er schießen können.
Im Winter auf jeden scharfen Schuß verzichten. 
Ärger mit dem Heizgas. 
Eine lausig teure Angelegenheit.
All' diesen Kummer sind wir nun los ".

Nun, das Leben ging weiter - und auch wir wanderten noch ein 
Haustürchen weiter. Nach Humfeld. Das Perkussionsschießen lockte. 
Was zunächst nur müde belächelt, naserümpfend abgewinkt, spätestens 
nach den ersten schmutzigen Händen mit einem "nie wieder" abgetan 
wurde, entwickelte sich wie eine Sucht. Die Begeisterung für das 
Perkussionsschießen weitete sich schlagartig aus. Selbst Schützen, 
die sich schon zurückgezogen hatten, wurden wieder aktiv.
Bestes Beispiel: Klaus Drawe. Wie sagte er doch so schön: 
"Ich muß es knallen hören".
Wahrscheinlich wirkte die "Knallerei" auch wie ein Lockruf. Und 
das Tollste: Wir wurden sehr erfolgreich. Die Meistertitel auf 
Kreis- bzw. Landesebene sind zwischenzeitlich mehr als zahlreich. 
Unsere 1. Mannschaft: U. Ferlemann, D. Jäger, U. Golabeck, I. v. 
Föltvary Unsere Altersmannschaft: G. Schröder, H. Tschirr, P. Meier. 
Sogar die Zulassung zur Deutschen Meisterschaft gelang. Zweimal nahm 
Ulrich Ferlemann teil, wobei ihm 1979 mit 92 Ringen ein mehr als 
guter Platz im vorderen Feld der deutschen Spitzenklasse gelang.
Ein besonders herzlicher Dank deshalb auch an unsere Gastgeber von 
der Sportvereinigung Humfeld, an Horst Szameitat und Werner Fasse. 
Für Unkundige sei erläutert:
Perkussionsschießen ist im Polizeischießstand nicht erlaubt. 
Abgesehen davon ließe die enorme Rauchentwicklung ein solches 
Schießen in einem geschlossenen Stand überhaupt nicht zu.
Unser neuer Schießstand, wie aber auch das Perkussionsschießen, 
führten dazu, daß sich unsere Abteilung sehr stark ausweitete und 
die Mitgliederzahl sich bei ca. 100 einpendelte. Unsere "Neuen", 
wie Harald Krahmöller, Paul Meier, Dieter Lucke, Udo Golabeck, Fritz 
Ehlers, Helmut Kohl, Willi Hoppe, Dieter Korthaus - um auch hier 
einige stellvertretend zu nennen - paßten sich in das Vereinsleben, 
z. T. bereits mit sehr guten Erfolgen, aber auch - und das sehe ich 
als wichtiger an - mit neuen Impulsen und neuem Gedankengut 
vortrefflich ein.

Und unsere Jugend?
Auch hier setzte eine sehr positive Entwicklung ein. Durch unseren 
Jugendleiter Wilfried Radau wurde eine sehr intensive und 
erfolgreiche Jugendarbeit betrieben. Wir hatten zeitweise 22 
Jugendliche - d. h. Schüler, Jugendliche und Junioren - in der 
Abteilung. Von den 12-13 -jährigen wiesen Gerit Amelung, Jörg 
Radau und Jens Eikmeier sehr gute Schießleistungen auf. Unter den 
Jugendlichen waren Markus Strahl und Peter Schmidt, die 
herausragenden Schützen. Markus gelang es, sich für das 
Jugendschießen im Schützenkreis Lippe zu qualifizieren. Was zunächst 
auf das Gewehrschießen beschränkt war, weitete sich bald auf das 
Pistolenschießen aus. Auch hier bildete sich eine Jugendgruppe. 
Mit bereits hervorragenden Leistungen warteten Kerstin Schröder, 
Falk Ehlers und Thomas Hippe auf. Sie konnten sich auf Kreis- und 
Bezirksebene mit der Luft- und der Sportpistole, sowohl in den 
Einzel- wie in den Mannschaftswertungen platzieren. Darüber hinaus 
gelang es Falk, sich mit der Sportpistole für die 
Landesmeisterschaften zu qualifizieren. Alles in allem also ein sehr 
guter Beginn, der die Jugendlichen anspornen möge, ihnen zur Freude 
- uns zur Bestätigung, daß wir auf dem richtigen Wege sind. 

Vereinsfreundschaft zwischen dem CTPN St. Omer und dem PSV Detmold.
Ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Vereinslebens sind die 
alljährlich stattfindenden Begegnungen mit unseren Schießsportfreunden 
und deren Familien aus St. Omer. Seit dem ersten Besuch einer Gruppe 
von sieben Sportschützen des PSV im Sommer 1970 in Frankreich findet 
jedes Jahr eine Begegnung statt. Jeweils ein Tag des Treffens bleibt 
dem sportlichen Wettkampf im Kleinkaliber- und Großkaliberschießen 
vorbehalten. Während in den ersten Jahren der PSV Gewinner von 
Wanderpokalen und Ehrenpreisen war, wurde seit 1974 der CTPN mehrfach 
Champion, insbesondere aufgrund seines Ausnahmeschützen Leo Maison. 
Als mehrfacher Einzelsieger mit Spitzenergebnissen, war der 
sympathische Franzose auch sehr beliebt. Ab 1981 kam es zur Wende. 
Mannschaft- und Einzelplatzierungen gingen überwiegend an unseren 
Verein. 1979 feierten wir das 10-jährige Bestehen der Partnerschaft 
und unserer freundschaftlichen Verbindung.

Chronist Gerhard Schröder